
2028
Es sollte bis zum Jahr 2028 dauern, werte Leser, bis der Zynismus des Einsatzes von Truppen der Vereinten Nationen in Chile in seiner unvorstellbaren Gänze deutlich wurde. Und wie so viele Enthüllungen seit dem Ende der ersten Dekade des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung, war auch jene auf die nicht tot zu bekommende Internetplattform Wikileaks zurückgegangen.
Am 27.08.2028 tauchten dort erstmals Dokumente auf, die belegten, dass es im Vorfeld der UN-Mission zwischen einzelnen Mitgliedern der Vereinten Nationen einen geradezu makabren Deal gegeben hatte. Ausgangspunkt war die sich immer weiter durchsetzende Erkenntnis gewesen, dass eine Synthetisierung des Mykotanium Rosa nicht gelingen würde. Stattdessen sollten — unter strengster Geheimhaltung, versteht sich — Wege zum sicheren Anbau des Baumpilzes auf patagonischen Buchen und damit zur Schaffung wahrer Mykotanium-Plantagen erforscht werden.
Mithin planten die Mächtigen der Welt also exakt das zu tun, wovor Dr. Erast Schumann in seinem hier vor einigen Wochen veröffentlichten Videointerview aus dem Jahr 2012 so eindringlich gewarnt hatte. "Das kann man unmöglich kontrollieren", waren seine letzten Worte gewesen.
Weiter ging aus den auf Wikileaks veröffentlichten Dokumenten hervor, dass im Falle erfolgreicher Forschungen eine transnationale Gesellschaft, ein weltumspannendes Unternehmen gegründet werden sollte, welches die alleinigen Rechte zur Anlage und zum Betrieb von Mykotanium-Plantagen halten sollte. Gründer und Anteilseigner — mit proportional zugeteilten und unveräußerlichen Stimmrechten — sollten die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sein, dazu Deutschland, Indien, Brasilien und einige weitere Schwellenländer. Den Vorsitz sollten abwechselnd ein Chinese, ein Europäer und ein Amerikaner innehaben.
Ich bitte Euch eindringlich, werte Leser, Euch die Dimension jenes geheimen Abkommens bewusst zu machen: Die durch die VN-Truppen 2021 eingeleitete "Entvölkerung" des natürlichen Lebensraumes der Bäume im Süden Chiles und die daraufhin einsetzende schleichende Verdrängung des Themas Mykotanium aus den globalen Medien und aus den Köpfen der Menschheit waren reines "Mittel zum ökonomischen Zweck" gewesen.
Direkt nach dem Bekanntwerden des Abkommens flammten die weltweiten Proteststürme gegen das Pink Fever mit neuerlicher Vehemenz wieder auf. Eines hatten sie jedoch nicht mehr verhindern können: Die (nun) förmliche Gründung des größten transnationalen Unternehmens in der Menscheitsgeschichte mit offiziellem Sitz im schweizerischen Lausanne. Sein Logo: Ein fröhlich zwinkernder Pilz. Sein Name, werte Leser? Ihr kennt ihn bereits: Mykotech.
