The Rising — Ein postapokalyptischer KurzfilmMario Koch

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The Rising — Ein postapokalyptischer Kurzfilm

3.179 Euro — WAHNSINN

Vielen vielen Dank an unsere 127 Fans, unsere 91 Unterstützer und alle anderen, die uns bis hierhin gebracht haben!
Ihr seid wirklich fantastisch! Wir werden Euch in den kommenden Tagen hier einmal einen Abriss unserer anstehenden Aktivitäten geben. Eines schonmal vorab: Seit Freitag Abend 22.00 Uhr ist The Rising fertig! YEAH!

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2012-2057: The Rising

2029
Nur wenig Zeit wurde bei Mykotech — seht, es gelingt mir, werte Leser, diesen Namen niederzuschreiben, ohne hernach für Tage nur noch ein Schatten meiner grauenvollsten Erinnerungen zu sein — der Erforschung des sicheren, abgeschotteten Anbaus der chilenischen Baumpilze und ihrer Wirte, der patagonischen Buchen, gewidmet. Bereits im Jahr 2029 fanden sich Plantagen auf allen Kontinenten.

Der Hunger nach Energie, die Gier nach Profit — sie hatten die Vorsicht in den Hintergrund treten lassen. Binnen weniger Monate war Mykotech zum wertvollsten Unternehmen der globalen Wirtschafts- und Börsengeschichte geworden. Zur Freude der Profiteure wuchsen die Buchen und Pilze — entgegen zuvor geäußerter anderslautender Vermutungen — in den unterschiedlichsten Klimazonen geradezu prächtig. Mykotanium begann in immer größeren Mengen zu fließen. Das Pink Fever der 2010er Jahre wurde zum Ende der 2020er zur Pink Euphoria.

2031
Am 6. März 2031 tauchten die ersten Meldungen auf. In einem normannischen Städtchen südöstlich von Rouen seien Dutzende vor allem ältere Menschen und Kinder mit schwersten Atembeschwerden in Krankenhäuser eingeliefert und alsbald in eine Spezialklinik nach Paris überführt worden. Ungefähr eine Woche lang hielten die Diskussionen über die Unverantwortlichkeit der französischen Division von Mykotech an. Ungefähr eine Woche lang ergingen sich die Mächtigen in den übrigen Mitgliedsländern des transnationalen Unternehmens in Beteuerungen, man werde sämtliche Sicherheitsvorkehrungen erneut überprüfen und jedwede eventuelle Schwachstellen augenblicklich beseitigen.

Am 12. März 2031 dann, waren in der Normandie bereits 83 Menschen erstickt. Pinkfarbene Baumpilze wurden gesichtet an Weiden, Eichen, Kastanien. Tote wurden gemeldet aus Deutschland, den USA, Argentinien, von der iberischen Halbinsel, aus Sibirien, China, Südafrika, der Türkei, Indien, Brasilien, …

Die Menschheit erstickte — mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit. Gegenmaßnahmen — irrwitzige Gegenmaßnahmen zu Teil — wurden eingeleitet und verloren sich umgehend wieder in einer nicht vorstellbaren globalen Panik. Die Apokalypse. So sah sie also aus. Bäume, Pilze, Berge von Leichen.

2057
Seit 25 Jahren, werte Leser, verbringen wir — die wenigen Überlebenden — unser Dasein in immer größer werdenden Bunkeranlagen, die bis tief unter die Erde reichen. Seit 25 Jahren suchen wir verzweifelt nach einem Weg zurück an die Erdoberfläche. Seit nunmehr 7 Jahren durchstreifen eigens entwickelte, genetisch modifizierte menschenähnliche Klone die Erde und nehmen Proben von Bäumen, Pflanzen, Pilzen, der Erde und der Luft. Sie sind die einzigen Wesen, die existieren können in der zerstörten Atmosphäre dort oben. Sie sind unsere willfährigen, willen- und wertlosen Sklaven. Und unsere einzige Hoffnung auf eine Wiederkehr ans Licht.

Dieser Tage, werte Leser, ist erneut etwas Großes im Gange. Eine neuerliche Zeitenwende bahnt sich an. Ich habe das Gefühl, dies könnten die letzten Zeilen sein, die ich schreibe. Ich habe keine Angst. Eine Zukunft wird es immer geben, ob mit oder ohne uns. Es ist der 16. Juni 2057.

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2012-2057: Plantagen

2028
Es sollte bis zum Jahr 2028 dauern, werte Leser, bis der Zynismus des Einsatzes von Truppen der Vereinten Nationen in Chile in seiner unvorstellbaren Gänze deutlich wurde. Und wie so viele Enthüllungen seit dem Ende der ersten Dekade des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung, war auch jene auf die nicht tot zu bekommende Internetplattform Wikileaks zurückgegangen.

Am 27.08.2028 tauchten dort erstmals Dokumente auf, die belegten, dass es im Vorfeld der UN-Mission zwischen einzelnen Mitgliedern der Vereinten Nationen einen geradezu makabren Deal gegeben hatte. Ausgangspunkt war die sich immer weiter durchsetzende Erkenntnis gewesen, dass eine Synthetisierung des Mykotanium Rosa nicht gelingen würde. Stattdessen sollten — unter strengster Geheimhaltung, versteht sich — Wege zum sicheren Anbau des Baumpilzes auf patagonischen Buchen und damit zur Schaffung wahrer Mykotanium-Plantagen erforscht werden.

Mithin planten die Mächtigen der Welt also exakt das zu tun, wovor Dr. Erast Schumann in seinem hier vor einigen Wochen veröffentlichten Videointerview aus dem Jahr 2012 so eindringlich gewarnt hatte. "Das kann man unmöglich kontrollieren", waren seine letzten Worte gewesen.

Weiter ging aus den auf Wikileaks veröffentlichten Dokumenten hervor, dass im Falle erfolgreicher Forschungen eine transnationale Gesellschaft, ein weltumspannendes Unternehmen gegründet werden sollte, welches die alleinigen Rechte zur Anlage und zum Betrieb von Mykotanium-Plantagen halten sollte. Gründer und Anteilseigner — mit proportional zugeteilten und unveräußerlichen Stimmrechten — sollten die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sein, dazu Deutschland, Indien, Brasilien und einige weitere Schwellenländer. Den Vorsitz sollten abwechselnd ein Chinese, ein Europäer und ein Amerikaner innehaben.

Ich bitte Euch eindringlich, werte Leser, Euch die Dimension jenes geheimen Abkommens bewusst zu machen: Die durch die VN-Truppen 2021 eingeleitete "Entvölkerung" des natürlichen Lebensraumes der Bäume im Süden Chiles und die daraufhin einsetzende schleichende Verdrängung des Themas Mykotanium aus den globalen Medien und aus den Köpfen der Menschheit waren reines "Mittel zum ökonomischen Zweck" gewesen.

Direkt nach dem Bekanntwerden des Abkommens flammten die weltweiten Proteststürme gegen das Pink Fever mit neuerlicher Vehemenz wieder auf. Eines hatten sie jedoch nicht mehr verhindern können: Die (nun) förmliche Gründung des größten transnationalen Unternehmens in der Menscheitsgeschichte mit offiziellem Sitz im schweizerischen Lausanne. Sein Logo: Ein fröhlich zwinkernder Pilz. Sein Name, werte Leser? Ihr kennt ihn bereits: Mykotech.

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10, 9, 8...

10 Tage noch für The Rising hier auf Startnext. Noch maximal 10 Tage für The Rising in der Postproduktion. Tobias hat wahnsinniges Sounddesign gebastelt, er hatte Sängerin und Streicher für unseren fantastischen Abschlusssong im Studio, VFX ist zu 95% fertig, der FLAME glüht vor, die Planung für die Festivaleinreichungen der nächsten Monate steht... Wir sind — wie Lee auf dem Standfoto — in vollem Lauf auf dem Weg zum Ziel.

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2012-2057: Cristobal Vicente Ruiz

2021
Cristobal Vicente Ruiz. Geboren am 01.11.2009, gestorben am 07.08.2021. Alter: 11 Jahre. Todesursache: Ersticken.

Auch Cristobal hatte seine Freunde verlassen müssen. Auch seine Eltern hatten sich in den Süden Chiles aufgemacht, um an den patagonischen Buchen ein kümmerliches Auskommen zu suchen. Sie waren aus der Gegend um Calama gekommen. Das Pink Fever war ihnen als letzte Hoffnung auf ein wenig Geld erschienen. Wie zahllose andere Kinder, war Cristobal mit seinen Eltern gezogen.

Cristobal war ein aufgeweckter, hübscher Junge gewesen mit wachen Augen und stets trotzigem selbstbewusstem Spiel um die Mundwinkel. Cristobal hatte den Arbeitern an den patagonischen Buchen in Chiles Süden Wasser und Nahrung gebracht. Cristobal hatte die Proben, die sein Vater genommen hatte, in Kisten und Köfferchen verpackt. Cristobal hatte die Kisten und Köfferchen von den Bäumen und Arbeitern weg zu den mobilen Labors und Forschern getragen. Manchmal hatten diese Cristobal ein paar Peso zugesteckt. Oder ein Bonbon. Am 07. August 2021 lag Cristobal reglos auf der Erde.

Marcello Pereira, Fotograf der brasilianischen O Globo, hatte den toten Jungen als einer der ersten entdeckt. Sein Foto von dem erstickten Kind, werte Leser, machte die globalen Proteste, die gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften, die oftmals bürgerkriegsähnlichen Kämpfe in den Metropolen und Städten der Welt zum wahrhaftigen neuen Krieg. Und sein Austragungsort sollte nunmehr dort sein, wo seine Begründung lag: Im Süden Chiles.

Bereits Mitte Oktober 2021 stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Ordnung von solcher Schwere fest, dass sie Maßnahmen nach Artikel 42, Kapitel VII der Charta unumgänglich machte. Am 27.10.2021, 5 Tage bevor Cristobal Vicente Ruiz 12 Jahre alt geworden wäre, erreichten die ersten Truppen der VN die Kampfzone.

Die Soldaten der Vereinten Nationen hatten die Mission, das komplette damalige Verbreitungsgebiet der patagonischen Buche, des auf ihr wachsenden Pilzes und damit von Mykotanium Rosa von Kämpfenden zu räumen. Sie sollten es gewissermaßen menschenleer machen. Und es hernach menschenleer halten.

Um Euch, werte Leser, in Anbetracht der Vielzahl von Ereignissen, die mir heute endlich zu schildern gelingt — die aktuellen Wirren des Jahres 2057 machen mir ein Schreiben nahezu unmöglich — zur Seite zu stehen, möchte ich zusammenfassen und Euch deutlich machen, in welcher Lage die Welt sich befunden hatte in jener Zeit. Denn mit den Truppen der VN kämpften mithin Soldaten eines Staates — erstens — gegen Protestierende aus dem selben Staat und — zweitens — gegen Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen und Söldnertrupps, welche wiederum ebenjener Staat den von ihm (mit-)betriebenen Mykotanium-Forschungsmissionen einst zum Schutz beiseite gestellt hatte.

Fraglos, werte Leser, dies war eine erschreckende, eine bizarre Konstellation. Und dennoch sollte ihr wahrhaftiges Ausmaß der weltweiten Öffentlichkeit noch lange Zeit verborgen bleiben. Erst nach einem knappen Jahrzehnt sollte langsam klar zu werden beginnen, wie abgrundtief zynisch diese Konstellation tatsächlich war.

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Klappe für den 100.!

100 Fans! Und ganz viele neue Unterstützer! Das ist Einsatz. Vielen herzlichen Dank an Euch alle!

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Einsatz

Mit einer Gasmaske durch den Wald zu rennen, birgt einige Tücken. Vor allem beschlagen die Dinger ganz schrecklich. Christoph macht vor, wie man das Problem löst. Wichtig bei der Nummer: Jeder merkt sich, welche Gasmaske er bespuckt. Oder ist extrem tolerant. Einsatz ist das in jedem Fall. Da fällt mir ein: Ihr könntet auch nochmal nachlegen...

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Halbzeit: Wir sagen "Danke!" und haben noch einen...

Gestern war Halbzeit für The Rising hier auf Startnext. Auf der Startseite unseres Projekts findet Ihr darum ein neues Video mit Sebastian, Tobias, Claudio und Mario. Vor allem sagen wir ganz laut "Danke!" an Euch alle! Aber wir erzählen Euch auch, wie es um die Postproduktion steht, was die Musik so macht und was der alte kirgisische Reiter und sein Pferd mit The Rising und mit Euch zu haben. Also: Auf die Startseite und das Video schauen. Und dann natürlich: The Rising weiter unterstützen! 29 Tage Endspurt. Ab jetzt.

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Neue Ufer

Auch eine Idee für den heutigen sonnenstrahlenden Tag — nur für die meisten von Euch (und uns) wohl rein beruflich nicht machtbar: Schön wandern gehen in der unberührten Natur. Ein Stativ auf der Schulter, eine Kamera unterm Arm, ein paar automatische Waffen in der Tasche... herrlich! Zu neuen Ufern eben. Dazu übrigens ganz bald auch mehr.

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2012-2057: Riots

2019
Bald sollte sich das Pink Fever — die gierige Suche nach synthetisiertem und massenweise produzierbarem Mykotanium — zu einer immensen Bedrohung für die Stabilität der gesamten Region südlich der Anden, wenn nicht der Welt an sich entwickeln. Ich sage Euch, werte Leser, je mehr die globale Öffentlichkeit von den grausamen Arbeitsbedingungen jener erfuhr, die an den patagonischen Buchen Abermillionen Proben von Rinde, Ast- und Blattwerk, Pilzen und dem Sekret nahmen, desto schneller zog das unausweichliche Unheil auf.

Weltweit hatten Menschenrechts- und Anti-Globalisierungsgruppen, aber auch Radikale jeglicher Couleur ihren neuen, exemplarischen Feind gefunden. Das Pink Fever hatte machtvolles symbolisches Potential. Beinahe ohne die Thematik dramatisieren zu müssen, konnte es stellvertretend für die verheerenden Entwicklung des globalen Wirtschaftssystems stehen. Wachstumswahn, Bevölkerungszunahme, Energiehunger, Verschiebungen im globalen Machtgefüge — alles spiegelte sich wider in den geschundenen Atemwegen und mehr noch den leblos dareinstarrenden Augen der lebenslang geschädigten oder aber schlicht toten Arbeiter im Süden Chiles.

Demonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern fanden in den Metropolen Europas, Nord- und Südamerikas statt. Auf der anderen Seite der Erde, auf dem asiatischen Kontinent, fürchtete man um die gerade erst errungene ökonmische und damit weltpolitische Stärke.

Die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften hatten nicht lange auf sich warten lassen. Was jedoch mit einzelnen "Scharmützeln" begonnen hatte, nahm alsbald jene bedrohliche Dimension an, von der ich zu Anfang meiner heutigen Aufzeichnungen schrieb. Im März des Jahres 2019 zeigten die Nachrichtensender Bilder von offenbar nächtelang in Flammen stehenden und an Bürgerkriegsgebiete gemahnenden Stadtvierteln in unterschiedlichsten Metropolen der Welt. In den unaufhörlich über den Bildschirmrand wandernden Tickern und in großen Lettern auf den Titelseiten der Zeitungen und Magazine jener Zeit war ein Wort omnipräsent: RIOTS.

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