Syrien: Freiheit, Krieg und die Kurden. Eine Fotoreportage (Reise)Benjamin Hiller

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Syrien: Freiheit, Krieg und die Kurden. Eine Fotoreportage (Reise)

Nach Beginn der Aufstände in Syrien wurde eines schnell klar: Akkurate Informationen sind schwer zu bekommen.

So werden die Kurden (welche 2004 einen Aufstand gegen Assad probten) wieder einmal vergessen - oder gar als Unterstützer des aktuellen Regimes diskreditiert.

Mein Ziel ist es nun nach Syrien zu reisen und vor Ort die Situation der Kurden und deren Widerstand zu dokumentieren. Und dafür brauche ich Eure Unterstützung - denn unabhängiger Journalismus ist nicht kostenlos zu haben.

Worum geht es in diesem Projekt?

Seit 2008 beschäftige ich mich als Fotojournalist mit dem kurdischen Konflikt. Dieser Konflikt involviert die größte "Ethnie" der Welt ohne eigenes Staatsgebiet: über 30 Millionen Kurden leben in der Türkei, dem Irak, Iran und Syrien. Immer wieder probten die Kurden Aufstände gegen diese Staaten, um die Anerkennung der eigenen kulturellen und demokratischen Rechte einzufordern. In der Türkei starben dabei mehr als 40.000 Menschen, tausende "verschwundene" Kurden werden in Massengräber vermutet. Im Irak wurden kurdische Aufstände unter Saddam Hussein mit Hilfe von Giftgas zerschlagen - Höhepunkt der Al-Anfal Kampagne, welche den Tod von 180.000 kurdischen Zivilisten verursachte.

Und auch in Syrien gab und gibt es immer wieder Aufstände der Kurden gegen das Regime. In 2004 wurden kurdische Massenproteste von Assad mit brutaler Gewalt niedergeschlagen - die Welt schaute damals schweigend zu. Und erneut steht Syrien im Fokus der Welt. Doch erstaunlicherweise
berichten die meisten Medien nur über den Aufstand der arabischen Bevölkerung gegen Assad.
Manche Medien kolportieren sogar eine Unterstützung des Regimes durch die Kurden, ohne jedoch handfeste Beweise vorlegen zu können. Schon jetzt zeichnen sich Konfliktlinien in einer Post-Assad-Ära ab: Die arabische Opposition möchte den Kurden keine Autonomie (vergleichbar mit der kurdischen Autonomie im Irak) gewähren und verbaut sich somit eine friedliche Lösung der "kurdischen Frage".

Insbesondere die Türkei - ein großer Unterstützer des arabischen Widerstandes in Syrien - hat kein Interesse an einem weiteren kurdischen Autonomiegebiet in direkter Nachbarschaft zum eigenen Staatsgebiet. Die Türkei droht daher sogar mit einer militärischen Intervention in Nord-Syrien, was zu einer massiven Gewalteskalation in der gesamten Region führen könnte. Zu groß ist die Angst davor, dass die eigene kurdische Minderheit innerhalb der Türkei eine eigene Autonomie einfordern könnte.

Umso wichtiger ist es nun, die Perspektive der Kurden zu dokumentieren. Denn sie sind gefangen zwischen dem militanten Widerstand der PKK und PYD, den friedlichen Massenprotesten demokratisch-kurdischer Organisationen und den Interessen der umliegenden Staaten. Nur dann ist ein Verständnis dieses komplexen Konfliktes und des gesamten Mittleren Ostens möglich.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Das Ziel ist es, die Situation der Kurden in Syrien im aktuellen Konflikt mit Hilfe von Fotografien, Interviews und O-Tönen darzustellen. Mit Eurer Hilfe wird es mir somit ermöglicht, unabhängigen Journalismus zu praktizieren und ein objektiveres Bild dieses Konfliktes aufzuzeigen. Die Fotografien und Reportagen sollen dann via social media und entsprechenden Netzwerken verbreitet und publik gemacht werden.

Als Folgeprojekt ist ein Buch zum kurdischen Konflikt geplant, welches alle meine Reisen in die kurdischen Gebiete der Türkei, dem Irak - und dann auch Syrien - zusammenfassen wird.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Unabhängiger Journalismus ist in der heutigen Zeit notwendiger denn je. Große Medienkonzerne dominieren die Meinungslandschaft, oft herrscht sogar eine Form der stillen Selbstzensur bei bestimmten Themen vor.

Auch wird es immer seltener, dass Magazine oder Zeitungen Fotojournalisten für längere Zeit in Krisenregionen schicken, um umfangreiche Reportagen anzufertigen. Lieber wird auf kostenloses (aber kaum verifizierbares) Material aus dem Internet zurückgegriffen oder der Journalist nur für zwei bis drei Tage in die Region geschickt. Und wenn es um Anzeigenkunden geht, wird am Ende eher auf die Reportage verzichtet als auf die Anzeige für das neueste BMW-Auto.

Crowdfunding ermöglicht es nun, dass unabhängiger Journalismus wieder finanzierbar wird. Mit Eurer Unterstützung helft Ihr aktiv mit, bisher nicht berichtete Aspekte des Konfliktes in Syrien publik zu machen - und damit das Wissen aller zu erweitern.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld benötige ich, um die Reise nach Syrien durchzuführen, da eine Reise in ein Kriegsgebiet adäquate Vorbereitung und umfangreiche finanzielle Mittel benötigt. So muss ich mit den Geldern u.a.:

- die Personen bezahlen, welche mich über die Grenze "schmuggeln"
- vor Ort einen so genannten "Fixer" bezahlen, welcher die Kontakte zu den Protagonisten des Konfliktes herstellt
- ein Auto mit Fahrer mieten sowie die Benzinkosten tragen
- eine spezielle Unfallversicherung für Kriegsfotografen (via Reporter ohne Grenzen Frankreich) abschließen, damit ich im "worst case" medizinisch versorgt werden kann.

Wer steht hinter dem Projekt?

Hinter dem Projekt stehe ich, Benjamin Hiller aus Berlin. Nach einer klassischen Fotografenausbildung sowie dem Studium im Bereich der Ethnologie und Geographie an der Universität Heidelberg habe ich mich als Fotojournalist selbständig gemacht.

Erfahrungen im Bereich der Kriegsfotografie konnte ich in Afghanistan und dem Irak sammeln. Soziale und politische Konflikte habe ich durch Reisen nach Südkorea, dem U.S.-mexikanischem Grenzgebiet, Osteuropa und der Türkei fotografisch festgehalten.

Seit 2008 konzentriere ich mich auf den kurdischen Konflikt. Denn ich denke, dass nur die mehrjährige Beschäftigung mit einem Konfliktgebiet es einem Journalisten ermöglicht, alle Facetten des Konfliktes sowie auch die verschiedenen Protagonisten adäquat darzustellen.

Fans

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