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Die Natur des Crowdfundings

Ich bin am letzten Montag am Schlesischen Tor in Berlin durch die Nacht gelaufen und wurde von Musik gestoppt. Unter einem Baum saß ein Musiker. Der spielte über einen Lautsprecher Musik, die ich sehr spannend fand. Ich blieb also stehen und lauschte. Weil die Musik so schön war, blieb ich etwas länger und habe versucht zu analysieren, was der Künstler genau tut, um seine Geldbox voll zu bekommen.

Hier in Stichpunkten meine Beobachtung:

  1. Der Künstler hat sich für jede Unterstützung bedankt und diesen Dank z.B. in die Musik eingebunden.
  2. Der Künstler hat jeden Geldgeber individuelle Aufmerksamkeit gewidmet.
  3. Der Künstler hat mit dem Publikum gesprochen.
  4. Der Künstler hat das Publikum zu ihren Wünschen befragt und diese erfüllt, wenn er es konnte.
  5. Der Künstler hat Passanten direkt angesprochen und durch seine Einbindung direkt gestoppt, zu deren Verwunderung.
  6. Der Künstler hat trotz Regen nicht aufgehört zu spielen.
  7. Der Künstler hat sich immer wieder vorgestellt und die Zuhörer auf eine Reise mitgenommen.
  8. Der Künstler hat immer wieder klar gemacht, dass das Akku der Musikbox das Konzert irgendwann beenden wird.
  9. Der Künstler hat einzigartige und sehr individuelle Musik präsentiert.

Aus meiner Sicht hat sich der Künstler dabei absolut professionell verhalten, sich nicht verkauft und dabei auch sehr auf die Qualität seiner Arbeit geachtet. Mich hat das sehr beeindruckt und dabei dachte ich, ich kenne den typischen Straßenmusiker.

Unter den Gesichtspunkten des Crowdfundings hat er alles getan, um sein Projekt erfolgreich zu machen. Gegen Geld gab es bei ihm an diesem Abend Unterhaltung, schöne Musik, Überraschungen und Spaß. Er war der erste Straßenkünstler, bei dem ich mir ein Bier geholt habe, um das Freiluft-Konzert lange genießen zu können.

Für mich sind die 9 genannten Punkte essenziell beim Crowdfunding. Interessanterweise decken diese sich zum Teil mit „Van Bo Le-Mentzels“ – Evangelium des Crowdfundings (http://www.cofunding.de/Konferenz-2012/Dokumentation.html - siehe Panel 3 - Praxis). Wenn ihr alle Punkte bei eurer Arbeit mit der Crowd auf Startnext beherzigt, dann stehen die Chancen sehr gut, dass euer Projekt erfolgreich wird.

Ihr Fragt euch jetzt vielleicht, wer der Künstler war. Ihr könnt ihn im Netz nachrecherchieren. En.Dru ist Beatbox Champion und hat an dem Abend eigene Songs mit seiner Stimme gesampelt. Mein Video hat nicht besonders viel Licht und ist kurz, aber hören könnt ihr ihn. Jeder Ton kam zuvor aus seinem Mund. Alles echt!

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07.06.2012

veröffentlicht von
Denis Bartelt

veröffentlicht in
Crowdfunding Cases

3

Kommentar(e)

fast alle der aufgefuehten Punkte sind in Wirklichkeit das gleiche ...


publicminx

am 07.07.2012 | 16:06

Diese Parallele ist wirklich erstaunlich und absolut treffend. Das Internet ist sozusagen die neue Bühne der Künstler.


r.create

am 14.06.2012 | 15:23

Super Analogie!


HappyMan

am 12.06.2012 | 23:29

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